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Kriegsvokabular und Friedensworte
Pure Hetze
„Pete Hegseth ist im Krieg gegen Iran das lauteste Gesicht der Regierung Trump; und inzwischen auch eines ihrer größten Risiken. Der frühere Fox-News-Moderator, der als Pentagon-Chef formal der größten Streitmacht der Erde vorsteht, spricht nie wie ein Minister, sondern wie ein Dschungelcamper, der zu viele Action-Filme gebingt hat und sich an seiner eigenen Kriegsrhetorik besäuft. Weil ›hard liquor‹ in echt, das darf er ja nicht mehr.
Iranische Führer seien ›toast‹, also erledigt, sagt ›secdef‹. Die USA kämpften ›ohne Gnade‹. Es gebe unter ihm keine ›dummen Einsatzregeln‹ mehr. Aus heiterem Himmel komme ›Tod und Zerstörung‹ über die Mullahs, ›den ganzen Tag lang‹. Das Regime in Teheran nennt er, weil es sich verstecke, ›Ratten‹, obwohl Außenminister und Präsident kürzlich auf offener Straße in Teheran demonstrierten und Interviews gaben. Wer neben Hegseth in solchen, wie das ›Wall Street Journal‹ formulierte, ›peinlich kindischen‹ Momenten vor laufender Kamera Generalstabschef Dan Caine stehen und reden hört, ohne Bravado, präzise, fast buchhalterisch, der versteht, warum sich viele Amerikaner auch in konservativen Kreisen fragen: Was zum Teufel ist nur los mit Pete Hegseth? Mit einem Wort erklärt: Unsicherheit. Tiefste Unsicherheit. Hegseth ist die Lehrbuchdefinition von Überkompensation und halbherzigem Klimmzug, den der selbst ernannte Kriegsminister gern vor den Fernsehkameras demonstriert.“
Dirk Hautkapp, „Krieg gegen den Iran: Der Dschungelcamper im Pentagon“, „Hamburger Abendblatt“, 16.3.2026.
Dagegen und darüber hinaus
„Um sich gut zu wehren, muß man viel wissen. Man erobert keine Gesellschaft, bevor man sie kennt. (…)
Man muß lesen, um hochzukommen. Auflösen kann man sich ohne Buch. (…)
Dauer! Endlich Dauer nach all dem greuelvollen und unnützen Widerstand gegen die Wahrheit!
Damit eine Gesellschaft ehrenvoll dauert, muß sie die Macht des Wortes kennen.“
Heinrich Mann, „Die Macht des Wortes“, 1935.
Realismus
„Wegen der Solidarität des eigenen Volkes mit den Palästinensern kann es sich kein arabischer Staat leisten, an Israels Seite in den Krieg zu ziehen.“
Sabine Kebir, „Kein arabisches Land kann sich eine Kriegskoalition mit Israel leisten“, „der Freitag“, Nr. 11/12.3.2026, S. 1.
Es bleibet dabei: Die Macht des Wortes, menschengemäß verstanden, bedeutet Wahrheitsfindung, Überzeugung, Aufklärung, Sinngebung, gesellschaftliche Orientierung und politische Möglichkeit.
So verstanden ist es möglich, Krieg, Krieger, Demagogen und Wichtigtuer (nicht nur) geistig auseinanderzunehmen, ihre inszenierte Wirkmacht sogar lächerlich zu machen.
Gewaltlosigkeit, zivile Entwicklung, Menschenwürde und -recht, Diplomatie und dabei die Überwindung von Hunger und Elend sowie die kooperative Bewältigung der Klimakrise sind ein konkretes Gegenprogramm zur Brutalität des politisch und militärisch praktizierten Ölhungers.
Diese besseren und höheren Zwecke einer adäquaten Zivilisationsentwicklung sind eine drängende Aufgabe der menschlichen Weltgemeinschaft. Sie geht (fast) alle etwas an und hat ihre Grundlage in historischen Erfahrungen, entsprechenden Schlußfolgerungen sowie den darauf gerichteten Grundnormen beispielsweise des Grundgesetzes und der UN-Charta. Daran real orientiert ist nicht zuletzt die Friedensbewegung in vielen Ländern.
Dabei sollte nicht irritieren, daß die humanen Grundnormen – positive Konsequenz aus zwei Weltkriegen und Diktatur – kriegerseits verdreht, mißachtet und teilweise sogar verhöhnt werden.
Der aufmerksame Blick in die Geschichte belehrt uns dagegen eines Besseren.
Auch die Hochschulen sind absolut nicht für den Krieg da. Die Ermittlung der Wahrheit, der Zusammenhänge, der Entwicklungsmöglichkeiten, die Bildung wissend verantwortlicher Persönlichkeiten, die aufgeklärte Initiative in die Gesellschaft hinein, das Ethos eines kultivierten Vorankommens sowie republikanische Ansprüche an Disput und heitere Schlußfolgerungen geben ihnen ein angenehm beeindruckendes Antlitz. Damit ein Beispiel für Sinn und Verstand. In diesem Kontext stehen auch die Zivilklauseln als Kategorien der Humanität.