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Humanität ist Aufklärung in Aktion

eine tatsächliche Alternative

Anachronistisch
„Friedrich Merz könnte das tun, was die AfD so erfolgreich macht: ein positives Bild der Zukunft zeichnen. Ziehen Sie es durch, möchte man dem Kanzler zurufen. Stillstand in der Wirtschaftspolitik kann Deutschland sich nicht leisten.“

Julia Löhr, „Merz sollte seine Reformen trotzdem durchziehen“, in: F.A.Z. 7. Sept. 2026.

Realistisch
„Das von Boris Pistorius ständig vor sich her getragene Abschreckungsmantra Si vis pacem para bellum (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor) müssen wir hinter uns lassen. Ersetzt werden sollte es durch eine Maxime, die auf dem Grundstein des Ursprungsgebäudes der Internationalen Arbeitsorganisation eingraviert wurde: Si vis pacem cole iustitiam (Wenn du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit).
Nur wenn das Kardinalproblem unseres Planeten – die wachsende Ungleichheit sowohl innerhalb der einzelnen Gesellschaften wie zwischen ihnen – gelöst und die sich global vertiefende Kluft zwischen Arm und Reich geschlossen wird, kann die Menschheit überleben, ohne dass es zu einem Krieg zwischen Atommächten und oder einer sich bereits anbahnenden Klimakatastrophe kommt. […]
Hochrüstung verschärft die soziale Ungleichheit, weil sie von den Armen finanziert wird, während Vermögende von ihr profitieren: Die Reichen, denen Aktien von Rüstungskonzernen gehören, werden reicher. Und die Armen, deren Transferleistungen man entweder teilweise jahrelang nicht erhöht, verringert oder gleich ganz streicht, werden zahlreicher. Nötig ist Armutsbekämpfung durch Umverteilung des Reichtums statt Sozialabbau zur Finanzierung der Hochrüstung.“

Christoph Butterwegge: „Rüstungswettlauf ohne absehbares Ende“, in: taz, 1. Sept. 2026.

Zukunftsweisend
„Aber es gibt auch Schichten, die ‚noch nicht dran waren‘, die unzufrieden mit den Verhältnissen sind, ein ungeheuer praktisches Interesse am Lernen haben, sich unbedingt orientieren wollen, wissen, daß sie ohne Lernen verloren sind – das sind die besten und begierigsten Lerner. Solche Unterschiede bestehen auch für Länder und Völker. Die Lust am Lernen hängt also von vielerlei ab; dennoch gibt es lustvolles Lernen, fröhliches und kämpferisches Lernen.“

Bertolt Brecht, „Vergnügungstheater oder Lehrtheater?“, etwa 1936.

Kein „positives“ Bild von der Zukunft: Die „Alternative für Deutschland“. Ihr Rückwärtsgang führt in den Morast der Unmenschlichkeit: Wer nicht „leistet“, sei nichts wert. „Geburtenwende“, „Remigration“, „Wehrpflicht“, „Atombombe“, „Frontalunterricht“, „Abschaffung der Inklusion“, Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit sowie ein stumpfes Zurück zu einer sehr fossilen Wirtschaft – das ist systematische Verletzung der Menschenwürde. Nie wieder! Das erfordert einen grundlegenden gesellschaftlichen Richtungswechsel.

Der ätzende Aufstieg der AfD hat Voraussetzungen, die ebenso unnötig wie fundamental zu beenden sind: Die sogenannte „Mitte“ macht die „gewöhnliche“ Politik mit der Angst, indem sie für exorbitante Gewinne einiger Weniger Krieg heraufbeschwört, Aufrüstung finanziert und den Sozialstaat schleift. Immer weniger soziale Entwicklungsperspektive; keine Zukunft. Das schafft Angst, Verzweiflung, Hass und macht es den Rattenfängern am rechten Rand leicht.

Schon auf dem Schulhof ist lernbar, dass die Konstruktion von Feindbildern, Opfermythen und Sündenböcken zur großen Prügelei führt, zum Schaden aller.

Das zivilisierte Mensch-Sein und seine Entfaltung erfordert die Überwindung jeglicher Gewalt; das gilt von Abschiebung über Massenentlassung bis kriegerischen Mord.

Die „Menschen im Lande“ (sonderbare Spezies!) haben dafür ein gewisses Gespür: Eine deeskalierende Außenpolitik und sozialer Fortschritt sind durchaus mehrheitlich gewollt. Zudem gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar und sozial zu verwirklichen. Das Uneingelöste aus der Geschichte – inklusive der Beendigung von zwei Weltkriegen und der Befreiung vom Faschismus - drängt darauf, global realisiert zu werden.

Ein Beginn ist, die Politik mit der Schuldenbremse zu beenden; ebenso Aufrüstung und Waffenlieferungen. Die Erhöhung des Kindergelds, ein bedarfsgerechtes BAföG, ein wohl finanziertes Gesundheitssystem (ohne Profitdruck), eine Lebensstandard sichernde Rente, eine ernsthafte Integrations- und Inklusionspolitik, ein Schuldenschnitt für Kommunen (für Bäder, Bücher- hallen und Berufsförderung) und für die in Unterentwicklung gehaltene Länder des „Südens“, Investitionen in öffentlichen Grund, Preiskontrolle bei Mieten und anderen lebenswichtigen Gütern, nachhaltige Investitionen für sinnvolle Arbeit und – unbedingt – eine Politik der Deeskalation und Diplomatie für kooperative internationale Beziehungen gehören dazu.

Die Gleichheit der Menschen besteht wesentlich darin, vernunftbegabt zu sein. Es kommt darauf an, sie auch zum Wohle Aller engagiert zur Geltung zu bringen.

Bildung und Wissenschaft haben dafür entscheidende Bedeutung. (Auch deshalb müssen sie bedarfsgerecht öffentlich finanziert werden.) Die Mitglieder der Hochschulen haben die besten Möglichkeiten dafür, entsprechend zu wirken. Die Analyse schafft Licht, das Argument ist eine Waffe, die Erkenntnisbildung geht einher mit gesellschaftsveränderndem Eingreifen. Diese assoziierte Praxis bildet die humane Alternative zu Rohheit jedweder Art. Dabei kommt es auf jeden an. So gelingt lustvolles, fröhliches und kämpferisches Lernen. Jetzt erst recht!