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Ernst genommen und anders gemacht

Das positive Kontra zur AfD

Ein akutes Problem
„Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die AfD dürften noch immer von außen kommen: Erst die Flüchtlingskrise [?], dann die Coronapandemie, und schließlich der Ukrainekrieg inklusive Energiekrise, Verunsicherung, gerade in wirtschaftlicher Natur, spielt extrem rechten Parteien in die Hände. (…) Hinzu kommt: Viele Menschen hadern schon lange mit den Folgen der Globalisierung und der ungerechten Verteilung von Vermögen. Das Vertrauen in die Politik ist geschwunden. (…) Im vergangenen September präsentierten die AfD-Chefs Alice Weidel und Timo Crupalla eine Kampagne, die den programmatischen Kern der Partei gut zusammenfasst: >Unser Land zuerst<, frei nach Ex-US-Präsident Donald Trump. (…) Dabei geht es darum, Debatten nach rechts zu verrücken, um nicht weniger als einen Kulturkampf, der inzwischen auch Teile von Union und FDP erfasst hat. (…) So schafft es die AfD, den eigenen Extremismus zu normalisieren. (…) Führende Funktionäre lächeln und lügen die Faschisten und Extremisten in ihren Reihen einfach weg, beteuern mantraartig ihr angebliches bürgerliches und konservatives Profil.“

Ann-Katrin Müller, „Extrem verharmlost“, „SPIEGEL“ Nr. 32/5.8.´23, S. 12-15, hier S. 12 u. 13.

Hitler
„Statt des verfallenden alten Reiches [ so Adolf Hitler für die NSDAP im Wahlkampf zu den Reichstagswahlen 1930] müsse ein neues errichtet werden auf >rassischen< Werten, der Auswahl der Besten auf der Grundlage von Leistung, Stärke, Willen, Kampf und einer Befreiung der Begabung der individuellen Persönlichkeit. Nur der Nationalsozialismus könne das bewerkstelligen. Damit vertrat er kein konventionelles politisches Programm. Es war ein politischer >Kreuzzug<. Es ging nicht um einen Regierungswechsel, sondern um eine Botschaft der nationalen >Erlösung<. (…) Aufgeladen mit dem spezifisch deutschen Gefühlsballast der Begriffe >Volk< und >Gemeinschaft<, erschien das Ziel einer >Volksgemeinschaft<, die die Klassenschranken überwinden werde, hochgradig positiv.“

Ian Kershaw, „Hitler 1889-1945“, München 2009, S. 224.

Historische Aussicht
„In diesem Augenblick, da der Sieg der Alliierten Nationen näher rückt, halten es die unterzeichneten Schriftsteller Wissenschaftler und Künstler deutscher Herkunft für ihre Pflicht, folgendes öffentlich zu erklären:

Wir begrüßen die Kundgebung der deutschen Kriegsgefangenen und Emigranten in der Sowjetunion, die das deutsche Volk aufrufen, seine Bedrücker zu bedingungsloser Kapitulation zu zwingen und eine starke Demokratie in Deutschland zu erkämpfen. Auch wir halten es für notwendig, scharf zu unterscheiden zwischen dem Hitlerregime und den ihm verbundenen Schichten einerseits und dem deutschen Volke andererseits. Wir sind überzeugt,daß es ohne eine starke deutsche Demokratie einen dauerhaften Weltfrieden nicht geben kann.“

Thomas Mann, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Bruno Frank, Bertolt Brecht, Berthold Viertel, Hans Reichenbach, Ludwig Marcuse, Erklärung vom 1.8.´43.

Zwei Weltkriege, Diktatur und massenhafte Vernichtung von Menschen sind kein „Fliegenschiß“ in der deutschen Geschichte, wie Alexander Gauland (AfD) einst dummdreist zu behaupten meinte.

Zu den Schlußfolgerungen aus diesen politischen Katastrophen gehören beispielsweise im Grundgesetz das Friedensgebot, die Menschenwürde an erster Stelle der Grundrechte sowie auch die Gleichheit vor dem Gesetz und der soziale und demokratische Rechtsstaat. Eine in diesem Sinne starke Demokratie – sozial, zivil und aufgeklärt – bildet den Maßstab der gesellschaftlichen Entwicklung und bedarf des fortgesetzten Engagements.

Dies über den Haufen werfen zu wollen, ist schon ohne die zerstörende Verwirklichung der umfassenden Unmenschlichkeit ein Rückfall in die politische, soziale und kulturelle Bestialität.

Die unausgesetzten Bemühungen in der menschlichen Weltgemeinschaft für Frieden als die Befreiung von Gewalt zur Voraussetzung für eine produktive Entwicklung, das Wirken für internationale soziale Gerechtigkeit, die Schaffung demokratischer Beteiligungsstrukturen, der Einsatz für einen vernünftigen und pfleglichen Umgang mit der Natur, bilden nach wie vor Sinn und Verstand in Anwendung zur Realisierung humaner Lebensbedingungen. Weltweit, regional und persönlich.

In Bezug darauf ist es somit schädlich, Mentalitäten und politisches Handeln nach rechts bzw. in eine schädliche Vergangenheit zu rücken, die fundamental in Frage gestellt und zu relevanten Teilen überwunden ist. Vielmehr sind positive progressive Ansprüche, die noch nicht verwirklicht sind (z.B. die atomare Abrüstung), aktuell neu zu realisieren.

Ein maßgeblicher Ansatz sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO (Sustainable Development Goals/SDGs), welchen sich auch die Universität Hamburg verpflichtet hat.

Hier sind als Entwicklungsziele neben anderen der Frieden, die Beseitigung von Hunger und Elend sowie ein vernünftiger Umgang mit der Natur gefaßt.

Diesen humanen, überzeitlichen und universellen Zielen und Zwecken sollten sich die Wissenschaften respektive ihre Subjekte mit neuer Motivation widmen.

Bildung und Wissenschaft haben in den besten Fällen die Grundabsicht und die fortwährende Aufgabe, einen relevanten Beitrag dafür zu erbringen, Natur, Gesellschaft und verantwortliche kooperative Persönlichkeiten kultiviert zu gestalten. Für diese ursprünglichen sozialen Aufgaben sind die öffentlichen wissenschaftlichen Einrichtungen eigentlich ideell und materiell institutionalisiert. Die Hochschulen sind auf diese Weise ein bedeutender kultureller Organismus in der Gesellschaft.

Das ist mit historischem Bewußtsein akut wahrzunehmen und ergibt auch Sinn, Begründung und Movens für die ausreichende Finanzierung der sozialen Einrichtungen, für die Studienreform, die inhaltliche Orientierung von Erkenntnisgewinnung und Persönlichkeitsentwicklung sowie das rational engagierte Einwirken auf gesellschaftliche Prozesse.

Hier sind Alle gefragt und von Bedeutung. „Völkisch“ gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Es gibt ein richtiges Leben gegen das Falsche. Anders ist besser.