Home › Publikationen › Flugblatt von Liste LINKS, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive und SDS* vom
Tatsächliche Erneuerung!
english version
„Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.“
Sigmund Freud, 1932.
Wissenschaft ist bestenfalls Kritik des Bekannten, um etwas Besseres zu erwirken: zum Wohle der großen Mehrheit auf diesem Planeten.
Können wir die Universität dafür gut nutzen? Die Lehre? Die sozialen Räume? Internationale Begegnungen? Politisches Engagement? Neue Freundschaften?
Machen wir dafür Praxiserfahrungen und theoretische Reflexion, Recherche, Experimente, führen Dispute? Widmen wir uns mit Leidenschaft und Muße den Mitmenschen, hören zu, probieren aus, schreiben, haben Zeit und denken nach, ziehen um die Häuser, kritisieren, argumentieren, insistieren, brechen aus, protestieren, feiern…?
Ist die Universität ein Ort, an dem Ehrlichkeit und Solidarität dominieren?
Bringen die Mitglieder Ideen in die Welt – also Handlungen! –, die Gerechtigkeit, Befreiung und Entwicklung befördern? Wird die Zerstörung von Leben und Umwelt tabulos analysiert? Wird ihren Ursachen und Verursachern mit geistigen Mitteln entgegengetreten?
Es wäre zu simpel, all das zu verneinen.
„Die Uni“ sind wir alle. Machen wir das Beste daraus.
Die Uni ist außerdem eine öffentliche Einrichtung, wesentlich staatlich finanziert, gebührenfrei, mit Elementen demokratischer Mitbestimmung und humanistischen Zielen: „Der Bildung. Der Forschung. Der Lehre.“ steht am Portal. Das Leitbild kündet von „Demokratie“, „Nachhaltigkeit“, „Gerechtigkeit“ und „Frieden“. Dafür wird von Vielen gelernt, gearbeitet und gekämpft. Das widerstrebt Profitlogik, Marketing, Gleichgültigkeit und Egoismus. Manchmal geht das still vor sich, zunehmend in offenem Protest.
Das muss gestärkt werden. Denn zufrieden können wir nicht sein! Der Dauerstress der neoliberalen Konkurrenz ist zermürbend; die herrschende „Antwort“ auf diese Krise: Sozialleistungen kürzen, Grenzen schließen, Feindbilder propagieren und teuer Aufrüsten.
Das ergibt aber keine lebenswerte Zukunft. Die Welt ist im Umbruch. Die Universitäten sind elementar dafür, dass diese Erneuerung menschenwürdige wird. Sie müssen sich dafür selbst verändern. Wir sind das „Bündnis für Aufklärung und Emanzipation! (BAE!)“. Als linke Studierende aus verschiedenen Parteien, Kontinenten und Fächern treten wir ein für:
Gute Finanzierung – Geld ist genug da!
Die Reichsten 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 76 Prozent des weltweiten Vermögens. Das ist ein politisch geschaffenes Machtgefälle, voller Gewalt. Für Würde und Frieden ist diese Ungleichheit aufzuheben. Wir kämpfen für die bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung von Bildung und Wissenschaft. Das ist eine notwendige soziale Neuverteilung. Was für ein gutes, ziviles Leben Aller erstritten wird, wirkt der Gewalt entgegen. Hierin liegt eine wesentliche humane Bedeutung für wissenschaftliche Aufklärung und Bewegung: in den Unis, in den Köpfen, auf den Straßen!
Soziale Lage verbessern!
Der Akademische Senat ist ein Ort der universitären Verständigung. Wir wirken dafür, dass sich dem Problem der prekären sozialen Lage der Studierenden und vieler Beschäftigter gestellt wird. Schuld und Scham helfen niemanden. Auf Solidarität kommt es an. Eine Kooperation mit dem Studierendenwerk zur Überwindung der Wohnungskrise und die Kampagne „BAföG für Alle“ sind dafür wichtige Bezugspunkte.
Bildung sei Entfaltung!
Wir kämpfen gegen Restriktionen und Prüfungsdruck. Bildung soll persönliche Entfaltung und gemeinsame Aneignung der Welt sein. Dafür braucht es Zeit zur inhaltlichen Vertiefung, kleinere Lerngruppen und kooperative Lernformen, geeignete Räume sowie den Master als barrierefreien Regelabschluss. Freude sei Maßstab des Gelingens!
Zivilcourage statt Politik mit der Angst!
Rechtsaußen dominiert, wenn Furcht umgeht. Kritische Wissenschaften, offene Bildungsprozesse und ein streitbarer Diskurs über die unsoziale Wirklichkeit, Ethos und humane Alternativen sind elementar für eine wirkliche Demokratie. Ob in den Seminaren, im universitären Alltag oder in den Gremien: Statt elitärer Menschenfeindlichkeit – Mut zum Disput und engagierte Menschenfreundschaft!
Wir laden alle ein, daran mitzuwirken!
Was ist der Akademische Senat (AS)?
Der Akademische Senat (AS) ist das höchste Gremium der Universität. Er wählt u.a. den Uni-Präsidenten, diskutiert alle Grundsatzfragen der Uni-Entwicklung und hat Beschlussrechte (z.B. in Bezug auf die Prüfungsordnung, Mittelverteilung, Leitbilder.) Er kann zudem in Angelegenheiten, die die gesamte Hochschule berühren, Auskunft verlangen und Empfehlungen aussprechen z.B. zu Kontroversen um Wissenschaftsfreiheit, gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaften, Hochschulfinanzierung oder Bau-Fragen. Der AS tagt einmal im Monat hochschulöffentlich. Er ist zusammengesetzt aus 10 Professor:innen, 3 Studierenden, 3 wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und 3 Mitgliedern des Technischen-, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals. Die studentischen Vertreter:innen werden jährlich gewählt, die anderen alle zwei Jahre.
Wie werden die Mitglieder des AS gewählt?
Die Wahl findet erstmals digital statt. Es kann jedoch auf Antrag weiterhin per Brief gewählt werden. Dafür müsst Ihr von Eurer Uni-Mailadresse (vorname.nachname@studium.uni-hamburg.de) bis zum 22.12.2025 um 14 Uhr formlos an wahlamt.uhh@uni-hamburg.de schreiben. Alle anderen können ab dem 12.1. bis zum 30.1.2026 online wählen. Kurz vorher erhaltet Ihr an Eure oben genannte Uni-Mailadresse von dem Absender voting@polyas.com den Link zum Wahlportal und die erforderlichen Login-Daten zugesendet.