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Stadtbild
Der Streitfall
„Auf die Umfragewerte der AfD angesprochen und vor allem seine einstige Absicht, sie zu halbieren, gibt Merz zu Protokoll, dass man als Bundesregierung bei der Migration schon >sehr weit< sei, dass er aber immer noch >ein Problem im Stadtbild< sehe, weshalb der Bundesinnenminister nun Rückführungen im große Stil ermögliche.“
Saskia Hödl, „Dieses Land hat den Bundeskanzler, den es verdient“, „der Freitag“, Nr. 44/30.10.´25, S. 12.
Zur kritischen Erinnerung
„Die Fragen nach nationaler Herkunft, völkischer Identität und angeborenen Wesensmerkmalen ließen einen Volksbegriff entstehen, der seit seinem Aufkommen um 1800, trotz der ursprünglichen Besetzung mit aufklärerischen, humanistischen und fortschrittlichen Idealen, einer fortschreitenden Mystifizierung unterlag, die im Nationalsozialismus einen Höhepunkt erreichte. (…) Die bestehenden Klassengegensätze der kapitalistischen Industriegesellschaft wurden per definitionem einfach für nicht mehr existent erklärt, soziale Widersprüche verschleiert.“
Astrid Voß “Volkstum und Volksgemeinschaft“, in: „Lügen, Legenden, Vorurteile“, München 1993, S. 205-209, hier S. 205 und S. 207.
Schädlicher Zusammenhang
„Der Sozialstaat schrumpft leise, während der Sicherheitsstaat laut expandiert. (…) Öffentliche Investitionen werden nicht mehr primär daran gemessen, wie sie Bildung, Klimaschutz oder soziale Teilhabe stärken, sondern wie >kriegstüchtig< sie machen. Was unter dem Label >Sicherheit< firmiert, meint nicht mehr soziale Absicherung, sondern militärische Abschreckung.“
Jörn Boewe, „Wachstum durch Waffen“, „der Freitag“, Nr. 44/30.10.´25, S.15.
Aufbruch
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“ (246)
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), „Vermischte Schriften“, veröffentlicht 1800 durch den Bruder Ludwig Christian Lichtenberg.
Der Sündenbock ist ein altes rassistisches Muster: Er kommt von woanders her, sieht anders aus, benimmt sich schlecht, nimmt uns alles weg, macht uns Angst und gehört dahin, wo er herkommt – in die Wüste. Immer wieder und hochbeladen.
Das sogenannte Stadtbild wird häßlich-emotional aufgeheizt, um von den realen Nöten in schlechter Absicht abzulenken. (Einmal davon abgesehen, daß Kriege die erste Fluchtursache sind.)
Hier wird – nicht ohne (un-)geistige Verwandtschaft – der AfD nach dem verleumderischen Maule geredet. Ein Volk, ein Standort, ein Höcke. Damit sind Alle gemeint, sich ängstlich zu fügen.
Berechtigte Ansprüche auf ein besseres soziales Leben sollen so in dauernder Furcht unterdrückt werden.
Friedliche Koexistenz, Abrüstung, internationale Kooperation, die Beseitigung von Hunger und Elend, ein vernünftiges Umweltverhältnis sowie insgesamt die engagierte Verwirklichung der Menschenwürde seien unrealistisch und Hirngespinste von Phantasten.
Dabei ist ein gesteigertes „Weiter so!“ schier unerträglich. Hingegen ist die bedarfsgerechte Entwicklung eines demokratischen Sozial-, Bildungs- und Kulturstaates nach wie vor auf der adäquaten Tagesordnung. Kein Elend, gemessen an den objektiven Möglichkeiten, ist hinzunehmen.
Diese Zustände bzw. diese Politik haben wir nicht verdient.
Auch die Hochschulen sind integraler Teil dieser grundlegenden gesellschaftlichen Kontroverse und sollten sich mit aller Vernunft auf der richtigen Seite positionieren und ihren Beitrag zur übergreifenden Vermenschlichung mit anzuwendender Wissensmehrung erbringen.
„Der Forschung Der Lehre Der Bildung“ ist ein permanenter Aufklärungsauftrag. Aufklärung der Ausgang der Menschheit aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit. Mündigkeit das gemeinsame Wirken für „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“. Die Bildung mündiger, verantwortlicher und kooperativer Persönlichkeiten ist auf diese Weise der konsequente Sinn der akademischen Kultur und Alltagsbestimmung. Wir brauchen keine Sündenböcke!