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Miesepeter?
Häßlich Hand in Hand
„Müller [„Müllermilch“] ist es gelungen, aus einer kleinen Dorfmolkerei mit vier Angestellten ein Lebensmittelimperium zu erschaffen. 9,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete seine Gruppe im vergangenen Jahr, die inzwischen in Luxemburg ansässig ist. Er selbst zählt zu den 100 reichsten Deutschen, wanderte aber aus steuerlichen Gründen in die Schweiz aus. (…) Selbst [?] gegenüber seinen Mitarbeitern agiert Müller mit harter Hand. So werden etwa die rund 3000 Mitarbeiter in seinem größten Werk im sächsischen Leppersdorf nicht nach Tarif bezahlt. Die Stundenlöhne liegen unterhalb dessen, was die Gewerkschaften für die Branche ausgehandelt haben. Und: >Bei Betriebsratswahlen haben immer die arbeitgebernahen Listen Erfolg, man hält sich quasi genehme Betriebsräte<, sagt ein Mitglied der zuständigen Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Das passt zur AfD, der vermeintlichen Partei des kleinen Mannes. Sie hat im Bundestag nicht für die Erhöhung des Mindestlohns gestimmt, war gegen die Ausweitung des Streikrechts und gegen ein Tarifgesetz der Bundesregierung. Man ahnt, warum sich Theo Müller und Alice Weidel so gut verstehen.“ [Auf seiner Geburtstagsfeier.]
Susanne Amann, Ann-Kathrin Müller, „“Ziemlich rechtsextreme Freunde“, „SPIEGEL“ Nr. 36/29.8.´25, S. 24-27, hier Seiten 24 u. 27.
Alles mies?
„Der [!] Deutsche ist oftmals ein mürrisches Wesen. Das gilt besonders für jene, die als alte weiße Männer gelten können. Also ungefähr alle von 25 an. Natürlich können auch Frauen alte weiße Männer sein. Mürrisch blicken sie schon in Nachbars Garten, der entweder zu sehr Schotter oder zu sehr Bienenwiese ist, auf sein Auto, das fatalerweise ein E-Auto oder ein Panzer-SUV ist, den Kläffer, den Grill und die Gören. Und da schon die Nachbarschaft die mürrischen Deutschen derart übellaunig werden lässt, wird es mit Blick auf das Land natürlich nicht besser. Für sie steht fest: Wer miesepetrig ist, kann eigentlich nur dumm sein.“
Philip Eppelsheim, „Ekel Alfred im Paradies“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 1.9.´25, S. 1 (Leitkommentar). Hier der Versuch, komisch zu sein. Ansonsten sei alles bei „uns“ in allerbester Ordnung.
Haltung
„Über Humor
Me-ti sagte: Es gibt Leute, die über ernste Dinge nicht lachen können. Das darf man ihnen nicht verübeln, aber man braucht sich auch nicht verbieten lassen, über ernste Dinge zu lachen. Man kann über ernste Dinge heiter und ernst sprechen, über heitere Dinge heiter und ernst. Für Leute ohne Humor ist es im allgemeinen schwerer, die große Methode [Dialektik] zu begreifen.“
Bertolt Brecht, „Me-ti/Buch der Wendungen“, entstanden im Exil der 1930 Jahre.
Mies muß nicht sein
Der Miesepeter als Figur
lebt Vorurteile und ist stur.
Ausländer sollen nicht hierher,
sie stören Laune und Verkehr.
Der Sozi ist ein Kommunist,
gar gierig kleine Kinder frißt.
Die Frau im kleinen trauten Heim,
soll dämlich und bescheiden sein.
Nachbarn heimlich zu betrachten,
wenn sie komisch Dinge machten.
Exempel Alfred zeigt und nun,
daß wir es rundum besser tun.
Aufrichtig, freundlich, mit Verstand,
zu Uns´resgleichen allerhand.
Wer mit Satire lachen kann,
klopft freundlich bei dem Nachbarn an.
Böses läßt sich auch verlachen,
und so Alles besser machen.