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Tatsächliches Wissen!

Ansprüche für den Frieden

Fauler Fatalismus
„Es ist unglaublich, wie rasch aus dem obersten Fürsprecher der>regelbasierten internationalen Ordnung< (Website des Auswärtigen Amts) eine Öffentlichkeit und eine Regierung geworden ist, die jede Kritik an Verletzungen des Völkerrechts der Lächerlichkeit preisgeben. Als etwas für den „Elfenbeinturm< (Steinberg) oder gleich fürs >Feuilletin< (Münkler).“
Mark Siemons, „Wovor dem Engel der Geschichte graut/Auf den Trümmern des Völkerrechts“, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung /“FAS“), 29.6.´25, S. 33.

Umfassende Kritik
„der Freitag: Beim Wort Gewalt denkt man eher an Schläge als an unsere Sozialstruktur. Sie nicht?
Christian Neuhäuser: Natürlich beginnt der Begriff bei physischer Gewalt. Aber wir sind mehr als Körper. Menschen könne auch psychisch verletzt oder in ihrer sozialen Identität getroffen werden. Ich verstehe Gewalt deshalb als überwältigende Verletzung – egal ob körperlich, psychisch oder sozial. (…) der Freitag: Sie schreiben, dass Ungleichheit die Demokratie gefährdet. Christian Neuhäuser: Man kann natürlich sagen: Wir haben alle vier Jahre Wahlen, und wer abgewählt wird, geht ohne Waffengewalt und akzeptiert den Machtwechsel. Das wäre aber ein sehr dünner Begriff von Demokratie. Wenn man Demokratie im Kern ernst nimmt, geht es um die republikanische Idee, dass wir alle als Gleichrangige am politischen Geschehen teilnehmen. Das ist aber nicht der Fall. Wer wird in Talkshows eingeladen, wer nicht? Wer kommt in journalistischen Interviews zur Sprache? Wenn ganze Gruppen an diesen Schaltstellen fehlen, fault der Kern der Demokratie.“

Christian Neuhäuser (Prof. für Praktische Philosophie an der TU Dortmund), im Interview mit „der Freitag“, Nr.26/26.6.´25, S. 16.

Offenkundig
„Die starke Erhöhung der Verteidigungsausgaben dürfte Deutschlands Wirtschaft höchstens mäßig ankurbeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Analyse der Universität Mannheim: >Aus ökonomischer Sicht ist die geplante Militarisierung der deutschen Wirtschaft eine risikoreiche Wette mit niedriger gesamtwirtschaftlicher Rendite<, schreiben die Autoren Tom Krebs und Patrich Kaczmarczyk. Auf der Basis bisheriger Studien schätzen sie, dass ein zusätzlicher Euro für die Rüstungsindustrie höchstens 50 Cent an zusätzlicher gesamtwirtschaftlicher Produktion schaffe. Bei Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sei eine Verdoppelung jedes eingesetzten Euros möglich, beim Ausbau in Kitas und schulen sogar eine Verdreifachung.“
„Zweifel am Rüstungsboom“, „SPIEGEL“ Nr. 27/28.6.´25, S.58.

Es sei erneut mit Nachdruck formuliert: Krieg schafft keinen Frieden, Rüstung hat keinen zivilen Nutzen, Militär ist strukturell nicht demokratisch, die Produktion von Waffen aller Art schafft wenig Arbeitsplätze und kaum gesamt-ökonomische Prosperität, Lügen haben kurze Beine oder eine lange Nase und die Erde ist keine Scheibe.

Nun haben auch Ökonomen, die des „Lumpenpazifismus“ gewiß nicht verdächtig sind, nachgewiesen, daß öffentliche Investitionen in die zivile Infrastruktur oder in den Bildungsbereich ein mehrfaches an volkswirtschaftlichem Nutzen erbringen als die staatliche Förderung der Rüstungsindustrie.

Die „Kriegstüchtigkeit“ ist also – von den Kriegen ganz zu schweigen – ein fataler Irrweg.

Die UNO ist gegründet, ihr Wirken basiert auf, die UN-Charta mit ihrem Friedensgebot ist normierend formuliert aus den Erfahrungen zweier verheerender Weltkriege.

Der internationale Einsatz für Gewaltfreiheit stehe an erster Stelle. Soziale, zivile und demokratische Entwicklung der menschlichen Weltgemeinschaft stehen an erster Stelle des zu Erreichenden.

Dem entsprechen auch die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie wurden in Anlehnung an den Entwicklungsprozess der Millenium-Entwicklungsziele (MDGs) entworfen und traten am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft.

Die Universität sieht sich ihnen offiziell verpflichtet. Für das gesellschaftliche Mitwirken an ihrer Verwirklichung ist noch einiges zu tun.

In diesem Zusammenhang sind ebenso die fortgesetzte Studienreform – Bachelor/Master, Abbau der Restriktionen und Master als Regelabschluß –, die bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung, die Erhöhung des politischen Stellenwertes der Bildung sowie die akute Verteidigung und sorgfältige Anwendung der Zivilklausel von elementarer Bedeutung.

Darauf ist auch bei den gegenwärtigen Wahlen zur Akademischen Selbstverwaltung (Fakultätsräte) besonders zu achten. Entgegen allen Verdrehungen und Abwertungen besteht ein hoher Sinn darin, dem umfassenden Friedensgebot auf dem Gebiet der Wissenschaften – Der Forschung/Der Lehre/Der Bildung – gesellschaftlich relevante Bedeutung zu verschaffen. Das geht Alle etwas an. Wir haben die Wahl. Sie ist entscheidend. Eine positive Wirkung wird nicht ausbleiben. Heller ist besser.