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Halt!

Der Pazifismus bleibt die Alternative

Gezielte Brutalität
„Donald Trump hat bei der nächtlichen Attacke gehandelt, wie dieser Präsident eben handelt: Er will Macht beweisen, wirtschaftlichen Profit einfahren, der mächtigste Mann der Welt sein und tun, was er will. Er dürfte gewusst haben, die Europäer würden nicht lange meckern und mahnen. Sie wollen es sich nicht mit ihm verderben, wohl auch mit dem Blick auf die Ukraine, das konnte man im Voraus annehmen, und es hat sich bestätigt. (…) Donald Trump legt anscheinend keinen Wert auf die NATO-Politikern geläufigen Reden über Demokratie, oder Frauenrechte. Mit fast verblüffender Offenheit sprach er nach dem Angriff über das große Thema im Hintergrund seiner Venezuela-Politik: Erdöl. Venezuela besitzt die wohl größten Erdölreserven der Welt. Trump erklärte, ›unsere sehr großen Unternehmen, die größten auf der Welt‹, würden nun nach Venezuela gehen und ›die Infrastruktur reparieren‹. Erst einmal würde die US-Regierung die Kontrolle über das Land behalten, bis zu einem ›ordnungsgemäßen Transfer‹ der Macht. Eine Militärbesetzung des Landes ist gegenwärtig nicht in Sicht. Es könnte sein, dass bedrängende Erinnerungen an das US-Vorgehen nach dem Sieg über den Irak Saddam Husseins im April 2003 eine Rolle spielen. Damals zerschlugen die US-Besatzer die Sicherheitsstrukturen mit katastrophalen Folgen. Noch heute sind US-Streitkräfte im Irak stationiert, um die Stabilität des Landes zu sichern.“
Konrad Ege, „Caracas war erst der Anfang“, „der Freitag“, Nr. 2/8.1.´26, S. 6.

Aktuelle Historie
„SPIEGEL: Woran knüpft Trump denn an?
OSTERHAMMEL: Es gab schon in der Monroe-Doktrin [James Monroe, Präsident der USA von 1817-1825] – damals waren die USA noch keine Großmacht – und später 1904 bei Präsident Theodore Roosevelt den Anspruch, dass die USA die Dominanz auf dem amerikanischen Doppelkontinent besitzen müssen. In Trumps Sicherheitsstrategie vom November 2025 ist dasselbe klar formuliert. Dort taucht kaum ein Begriff so häufig auf wie >Ressourcen<. Der unverblümte Anspruch auf Bodenschätze, die den USA angeblich zustehen, ist in dieser Form ohne Vorläufer.“

Der Globalhistoriker Prof. em. Jürgen Osterhammel im Interview mit dem „SPIEGEL“, Nr. 3/9.1.´26, S. 19.

Die praktische Alternative
„Die stupide Anschauung Ernst Jüngers, Kampf sei das Primäre, das Eigentliche, wofür allein zu leben sich verlohne, steht auf ähnlichem Niveau wie die eines falschen Friedensfreundes, der jeden Kampf verabscheut und für Kamillentee optiert. Weder ewiger Kampf ist erstrebenswert noch ewige Friedfertigkeit. Nur Krieg . . . das ist eine der dümmsten Formen des Kampfes, weil er von einer recht unvollkommenen Institution und für sie geführt wird“
Kurt Tucholsky, „Schnipsel“, 1930.

Das universell sinnvolle Engagement für den Frieden – für Gewaltlosigkeit, zivile Produktion, internationale Solidarität, Beseitigung des Elends und die Bewältigung der Klimakrise – bedarf einer weitgespannten Perspektive, aufgeklärter Überzeugungen, vehementen Handelns sowie des Einsatzes der Vielen bzw. der auf diese Weise praktischen Auffassungen in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Die gesteigerte Brutalität des Trumpismus darf nicht nur keine Unterstützung, Zustimmung oder Beschönigung zuteil werden, sondern bedarf – in bester Bedeutung des Wortes – einer radikalen Alternative.

Diese betrifft – aktiv verstanden – die Arbeitsverhältnisse, die soziale Sicherungen, das Gesundheitswesen sowie Bildung, Kunst und Kultur. Die zunehmende Militarisierung gesellschaftlicher Verhältnisse ist eine Deformation sozialer, ziviler und demokratischer Bedingungen und Möglichkeiten menschlichen Lebens.

Die Würde des Menschen sei unantastbar. Das Allgemeinwohl und die freie (verantwortungsvolle) Entwicklung der Persönlichkeit sind überzeitliche, aktiv und aktuell zu realisierende Maßstäbe, die besonders aus den Erfahrungen aus zwei Weltkriegen entstanden sind und für deren Verwirklichung seitdem gerungen wird.

Bildung und Wissenschaft gedeihen am besten nach diesen humanen Maßgaben respektive höheren Zwecken der Wahrheitsfindung, Aufklärung, gesellschaftlicher Verantwortung bzw. der Bildung mündiger Persönlichkeiten, die ihre kritische und positiv wirkende Rolle in der Gesellschaft kooperativ und kultivierend verstehen und aktiv begrüßen.

So machen das Lernen, seine Schlußfolgerungen sowie die alltägliche Bezugnahme auf andere Menschen und die gesellschaftliche Entwicklung einen überindividuellen Sinn, der den Einzelnen eine gewachsene Bedeutung gibt.

Dieser erkannte und praktisch relevante Zusammenhang ist auch von Bedeutung für die Wahlen zum Akademischen Senat. Das überzeugte Wirken für eine adäquate öffentliche Finanzierung, die fortgesetzte Reformierung des Bachelor-/Master-Systems sowie die neue Lebendigkeit der Zivilklauseln braucht auch eine entschiedene studentische Stimme in diesem höchsten allgemeinen Gremium der Universität. Die humane Gestaltung beginnt mit einer Entscheidung.